RACING CLUB DE AVELLANEDA vs. Independiente (Buenos Aires)

20 07 2012

Intro des Clubs RACING CLUB DE AVELLANEDA. Die Spieler kommen erst bei 1:12.

Wenn das bei uns mal so wäre.





Das Maß der anständigen Hoffmann-Verteidiger ist überschritten!

9 03 2011

Morddrohung beim HSV

Nach der geplatzten Vertragsverlängerung für Klubchef Bernd Hoffmann beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV hat HSV-Aufsichtsrat Marek Erhardt anonyme Morddrohungen erhalten. „Die Anrufer sprachen mit verstellten Stimmen, richteten ihre Drohungen gegen meine Familie und mich. Mir wurde klargemacht, dass sie es ernst meinen“, sagte der 41-Jährige dem Hamburger Abendblatt und erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt. Schauspieler Erhardt war bis vor gut zwei Jahren Stadionsprecher bei den Hanseaten und erst im Januar 2011 in das Kontrollgremium gewählt worden. Bei der Abstimmung über Hoffmanns Zukunft galt der Enkel des verstorbenen deutschen Komikers Heinz Erhardt als Zünglein an der Waage. Hoffmann hätte für die Verlängerung seines bis zum 31. Dezember 2012 datierten Vertrages eine Zwei-Drittel-Mehrheit aus den Reihen des Aufsichtsrats benötigt. Erhardt stimmte gegen den Klubboss. Die Wahl ging zwar mit 7:5 Stimmen für Hoffmann aus, für seinen Verbleib beim HSV war dies jedoch nicht ausreichend. Video abspielen“Van Gaal ist brutal angeschossen“ Kritiker warfen Erhardt anschließend einen persönlichen Feldzug gegen den Vorstandsboss vor, weil er von diesem einst als Stadionsprecher abgesetzt worden war. Erhardt wies die Vorwürfe entschieden zurück. „Ich empfinde es schon als diskriminierend, dass das Ergebnis der Wahl überhaupt öffentlich geworden ist. So etwas muss aufhören“, echauffierte sich HSV-Ikone Uwe Seeler im Gespräch mit dem SID. Neben Erhardt wurden auch andere Mitglieder des Kontrollgremiums, die für einen Abschied Hoffmanns votiert hatten, in E-Mails bedroht und beschimpft.





Der Boykott ist vorbei, es lebe der Boykott!??

24 02 2011

Liebe Nordtribüne,
hinter uns liegen kuriose Wochen. Erst die
plötzliche Spielabsage des Derbys, das verkackte Nachholspiel und der
nur wenige Tage später stattgefundende 4:0 Sieg über Bremen sind nur
einige der Punkte, die viel Staub aufgewirbelt haben. Die
Derbyniederlage hat uns dazu bewegt, gegen Bremen auf organisierten
Support zu verzichten. Die kurze Zeit, die zwischen den beiden Spielen
lag, hat nicht gereicht, um neue Motivation zu schöpfen, unseren Verein
wieder zu supporten. Zu sehr ließen die Spieler unserer Equipe im Derby
doch Kampfgeist und Identifikation vermissen, um das Spiel einfach als
Niederlage abhaken zu können. Die Niederlage schmerzte einfach zu sehr.
Und das tut sie auch noch.
Diese Umstände haben dazu geführt, dass in
der vergangenen Woche nicht alles nach Plan lief. Der Verzicht auf
organisierten Support war der wohl deutlichste Schritt, aber
auch andere Sachen wurden vernachläßigt, so gab es gegen Bremen weder
Kurveninfo noch Infostand und auch auf unserer Homepage gab es lange
nichts Neues. Wir stecken zur Zeit in einer Art Depression. Doch wir versuchen nun wieder durchzustarten.
Wir
haben uns nun dazu entschieden, den Support in Kaiserslautern wieder
aufzunehmen. Wir singen für unseren Verein und unsere Kurve, aber nicht
für unsere Mannschaft, das werden wir auch in Form von Spruchbändern
kommunizieren. Dennoch bitten wir euch Alle (bzw. zumindest die, die
nach K’lautern fahren) mitzuziehen und den Gästelock zum beben zu
bringen. Es geht uns nicht darum, dass durch das 4:0 gegen Bremen die
Welt wieder in Ordnung ist, sondern einfach darum, dass es die wenigsten
BL- Spieler verdient hätten supportet zu werden und es uns beim Support
um unseren Verein geht. Wir haben das Bedürfnis den Support wieder
aufzunehmen und weiterhin alles zu geben. Für den HSV.
Soweit zur aktuellen Situation; ein Termin Hinweis gibt es noch zum
Abschluß:
„Am Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 19 Uhr
begrüßen wir im Haus des Sports (Schäferkampsallee 1, U-Bahn Schlump)
Jonas Gabler, Autor des Buches „Die Ultras“.
Auf dem Programm stehen eine Lesung sowie eine
anschließende Diskussionsrunde rund um die Ultras-Kultur. Alle
Interessierten sind herzlich eingeladen teilzunehmen.
Der Eintritt ist frei.“ (Quelle: www.hsv-sc.de)
Liebe Grüße

Zitat nach der Nordtribünen Rundmail vom 24.02.11 – Poptown Hamburg 1998





Pyrotechnik legalisieren!

3 12 2010

Nun kämpft auch in Deutschland eine Bündniss aus Ultrá Gruppierungen und Fanclubs für die Legalisierung von Pyrotechnik in Deutschland.

Das wurde auch Zeit, da unsere Freunde aus Österreich diesen Schritt schon längst vollzogen haben und erste positive Ergebnisse vermelden können.

Pyrotechnik ist Bestandteil der Deutschen Fankultur und der Ausdruck von Leidenschaft.

Jeder der alle die Jahre zuvor über die Zustände in Deutschland geschimpft hat, dass ist eure/unsere Chance.

Informiert euch auf http://www.pyrotechnik-legalisieren.de (ab Samstag)

Lasst uns gemeinsam für die Legalisierung kämpfen entgegen den Leuten die immer nur Zweifeln und Schimpfen können.

Der Kampf hat jetzt wirklich begonnen.

Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren!

 





Pro Kennzeichnungspflicht für Polizisten!

11 11 2010

Die jüngsten Erlebnisse in Stuttgart und rund um den Nukleartransport haben gezeigt, das auch Polizisten  vermehrt zu Gewalt greifen, ja das sogar einige (wenige) eine perfide Freude empfinden auf Demonstranten einzuschlagen. In gut zwei Woche ist die Innenministerkonferenz in Hamburg. Hier muss ein deutliches Zeichen gegen Unverhältnismäßige und gewalttätige Polizei einsetze gegeben werden.

Deshalb jetzt auf:    http://www.amnestypolizei.de klicken und die Aktionen unterstüten.





Offener Brief an die Innenministerkonferenz

18 10 2010

Schließe Dich auch der Online-Demo an:http://www.amnestypolizei.de/mitmachen/fordern.html  Es geht um die Rechte von uns allen.

Sehr geehrter Herr Senator,

Polizeibeamte erfüllen eine schwierige Aufgabe, der die Mehrheit von ihnen auf professionelle Weise nachkommt. Dennoch gibt es gegen Polizeibeamte immer wieder ernstzunehmende Vorwürfe wegen rechtswidriger Gewaltanwendung, die zum Teil nicht ausreichend untersucht werden. Die Aufklärung wird nicht selten dadurch erschwert, dass die betroffenen Polizeibeamten aufgrund fehlender Kennzeichnung nicht identifiziert werden können. Das kann zu einem Mangel an Verantwortlichkeit und zu einem Klima der Straflosigkeit führen.

Dies ist ein Problem, das bundesweit besteht. Deshalb fordere ich Sie als Vorsitzenden der Innenministerkonferenz (IMK) auf, dieses Thema mit Ihren Kollegen während der bevorstehenden Herbsttagung offiziell zu besprechen.

Ich unterstütze die Forderungen von Amnesty International,

– eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte einzuführen, zum Beispiel durch Namensschilder oder individuelle Identifizierungsnummern, und

– unabhängige, umfassende, unmittelbare und unparteiische Untersuchungen zu gewährleisten, wenn Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen gegen die Polizei erhoben werden.

Bitte setzen Sie sich in der IMK für die Umsetzung dieser Forderungen ein!

Mit freundlichen Grüßen





Zum Erhalt der Fankultur

10 10 2010




St. Pauli Auswärts

3 10 2010

Der folgende Bericht schildert meine Sichtweise des Derbytages, abweichende Beobachtungen dürfen gerne per Kommentar hinzugefügt werden.

Nach Jahren des Wartens endlich wieder ein Spiel am Millerntor. Das große Hamburg Derby stand an und nicht nur die Fanszenen beider Vereine waren vor Aufregung nicht mehr zu bremsen, auch die deutsche Presse und viele Unbeteiligte Fußballfans (sog. Hopper) erging es nicht anders. Das Spiel sorgte im Vorfeld bereits für ordentlichen Zündschstoff und die Stimmung auf allen Seiten war bis zum äußersten angespannt. Schuld dafür war auch die Presse die zuerst das Derby zu einem „Fankrieg“ hochredete und danach  versuchte die beiden Vereine als befreundet darzustellen. An dieser Stelle noch mal : vernünftige Rivalität schadet niemanden!

Los ging die Tour bereits um kurz nach 6 Uhr morgens, den man wollte für dieses besondere Spiel schon sehr früh in der Freien Hansestadt Hamburg sein. Es folgten knappe 4 Stunden langweiliger Zugfahrt bzw. Rumstehen auf dem Bahnhof. Paulianer sowie Polizisten konnten nicht gesichtet werden. Somit kann man von einer sehr ruhigen Hinfahrt sprechen.  Einzig und allein die Rentner, die den ganzen Zug bevölkerten nervten, da sie leise tuschelt ihr Meinung von sich gaben wie schlimmer Gewalttäter wir HSV Fans doch sind und ob man sich nicht in ein anderes Abteil setzten sollte.  Wohl gemerkt waren wir zu zweit und gaben diesen Herrschaften keinerlei Anlass so welche Vermutungen zu tätigen. Danke Deutsche Presse!!!

In Hamburg angekommen trafen wir dann aus Zufall auf ein paar Bekannte von vor 2 Wochen in Frankfurt. Auch der restliche HBF war voller HSV’ler. Hier und dann eine einzelne Zecke die sich aber schnell vom HBF entfernte. Mit der U-Bahn ging es weiter nach Altona. Hier traff sich der komplette harte Kern der Fanszene, um zusammen in Form eines Fanmarsches in St. Pauli einzufallen. Punkt um 12:30 ging es dann los. Umstellt von der Polizei mehrere Einsatzwagen und einer Reiterstaffel von ca. 40 Reitern ging es dann nach einer kleinen Ansprache unseres Vorsängers/Capós los Richtung Reeperbahn. Der Marsch setzte sich in Bewegung, sofort kam super Stimmung auf – Hamburg war motiviert. Nach einem Böller und einem Leutspurgeschoss stoppte die Polizei dann den Fanmarsch nach ca. 3 Minuten um dann mittels Lautsprecherwagen durchzusagen, dass man Pyrotechnik nicht dulden würde. An dieser Stelle sei angemerkt, das zünden von Böllern ist sowieso dumm, aber in einer Menschenmasse mit extrem aufgeregter Polizei ist dies einfach nur noch sau dämlich. (Gegen das verantwortungsvolle Zünden von Bengalos, Blinkern und Rauchbomben (in Vereinsfarben) habe ich jedoch nichts. ) Nach einigen Zwischenstopps der Polizei (5-20min), die nicht angesagt wurden geschweige den erklärt wurden ging es dann weiter Richtung Reeperbahn. Die Stimmung verflachte immer mehr und Aggression und Wut auf den falsch geplanten Polizeieinsatz kam auf. Kurz vor dem Viertel St. Pauli schlug die Stimmung gänzlich um. Dort warteten insgesamt 4 Wasserwerfer auf uns, die sicherstellen sollten das es keine Gewaltausschreitungen gibt. Auch die Zahl der Polizisten hatte sich verdoppelt, so dass der Fanmarsch komplett an allen Seiten mit einer Doppelten Polizeikette eingeschlossen werden konnte. Auf der Reeperbahn wurde dann der Fanmarsch endgültig gestoppt. Die Polizei wollte damit erzwingen, jegliches zünden von Pyrotechnik zu unterlassen, den zwischenzeitlich war das Viertel „in das Magische Licht der Bengalfackeln getaucht“ (wie es so schön heißt) und mehrer blaue Rauchsäulen stiegen auf. Für mich ein schönes Bild, mit ungeahnten folgen. Die Polizei beschloss nach einer halben Stunde des Wartens, alle  Teilnehmer des Marsches nach Pyrotechnik zu durchsuchen. Was jetzt passiert ist eigentlich total logisch: Jeder der Pyrotechnik bei sich hatte ließ dieser entweder verschwinden oder zündete. Die Polizei ließ in Folge dessen die Wasserwerfer auffahren und gab (für uns leider nicht zu hören) an, dass sich alle Unbeteiligten zu entfernen haben. Mal ganz davon abgesehen, dass man diese Durchsage nicht gehört hat, konnte man sich nicht entfernen, da in einem Polizeikessel gefangen war.  Es folgte der Einsatz von 4 Wasserwerfern auf eine Menge die zu 99% nichts getan hatte und keine Verbrechen begangen hatte. Dies ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz und die Würde des Menschen in 2000 Fällen. Später sagte eine Polizisten zu mir: “ Wir mussten ja schließlich die Bengalos löschen“ – ja ne ist klar. Auch die Leute die sich an die Häuserwände druckten und sich nur in Sicherheit bringen wollten wurden voll vom Wasserwerfer erwischt. Mitten in dieses Chaos brach dann noch die BFE ein und versuchte einzelne „Straftäter“ zu verhaften. Die BFE Beamten nahmen auf dem Weg in die Masse und zurück keine Rücksicht auf Unbeteiligte, und so fand auch ich mich von einem Holz-Schlagstock in den Rücken geschlagen schnell am Boden wieder.  Das einzige was mir im Nachhinein noch zu diesem Polizeieinsatz einfällt ist, das ich Menschen die laut „ACAB“ brüllen, seit diesem Tag perfekt verstehe.

Es folgte eine Ganzkörperdurchsuchung mit Schuhe ausziehen usw. Der Polizist der mich untersuchte fand besondern gefallen an meiner Taschentuchpackung die ich in meiner hinten Jeanstasche verschaut hatte. Der Polizist fummelte fast eine Minute (51 Sekunden um genau zu sein) an meinem Hintern rum. Ein Schelm wer dabei böses denkt. Rausnehmen durfte ich die Packung jedoch nicht. Und als dann ein Freund von mir von hinten rief: „ACHTUNG er hat ein Packung Temos“  zuckte der Polizist leicht zusammen und ließ schließlich von mir ab.

An Pyrotechnik wurde während der gesamten Untersuchung nichts gefunden, und so nahm die Polizei aus Frust ein paar Leute in Gewahrsam die Handschuhe bei sich hatten (Handschuhe = Prügeln = Dumme Polizei). Nun konnte sich der Fanmarsch fortsetzten, dies war auch gut so, denn bis zum Spiel waren es nur noch 45 Minuten und das dauernde bespuckt werden und mit eiern-beworfen werden hat auf die Dauer dann noch genervt…. Gegen diese Art von „Verbrechern“ unternahm die Polizei nichts und stand nur dumm daneben. Schließlich sind die St. Paulifans die Guten – stand ja auch so in der Mopo…

Nun setzte sich der Fanmarsch wieder in Bewegung. Doch statt langsamen Gehen wurde jetzt das letzte Stück der Reeperbahn Richtung Heiligengeistfeld – Millerntor im Sprint bewältigt die Polizei war total überfordert. Den Rest meiner Gruppe hatte ich bereits verloren, als es in Richtung Gästeblock ging. Wer jetzt aber gedacht hat das Rennen würde vor dem Gästeblock aufhören, der sah sich getäuscht. Die Ordner wurden kurzer Hand zur Seite gedrängt, das Stahltor vor dem Gästeblock wurde aufgebrochen und auch die Polizeieinheiten mit Tränengasspray wurden zur Seite gedrängt. So konnten rund 400-500 Leute ins Stadion kommen – viele von ihnen ohne Karten. Ob diese Aktion nun sinnvoll gewesen ist werde ich nicht bewerten, ich hatte ein Ticket und halte mich da raus. Im „Gästeblock“ angekommen folgte ein Pfeiffkonzert der Paulianer. Der Gästeblock war einen einzige Schlammwiese und die Sicht war unter aller Sau. Dafür hätte ich in keinem anderen Bundesligastadion Geld bezahlt.

Auf unsere Seite gab es eine riesige Blockfahne + Spruchband gefolgt von einem Meer aus Fahnen, Luftballons, Wurfrollen und Konfetti. Diesem Meer folgten 3 riesige blau Rauchbomben, die das ganze Stadion in unsere Farben hüllten. Auf Pauli seit gab es auch einiges an Konfetti und Luftballons, ich hatte mir jedoch deutlich mehr erwartet, vor allem weil jede Tribüne ihr eigens Süppchen kochte und ihre eigene Choreo (von extrem schlecht bis gut) präsentierte. Eine geschlossene Fanszene sieht anders aus.  Die Stimmung auf beiden Seiten war schlecht. Da gibt es nichts schön zu reden. Bei einem Derby mit diesem Charakter muss die Mitmachquote in beiden Kurven bei 100% liegen da gibt es kein wenn und aber dies wurde von beiden Kurven nicht erreicht, warum auch immer.  Kurz nach der Halbzeit wurde dann ein Haufen geklauter Zaunfahnen und Material von Pauli gezeigt und verbrannt. Auf der Gegenseite konnte nichts gesichtet werden.

Das Spiel des HSV war einfach enttäuschend. Wenn das Kampf und Einsatz für das wichtigste Spiel seit Jahren ist dann bereite ich mich schon mal auf die 2 Liga vor. Eine Mannschaft ohne Gewissen und ohne Leidenschaft, schaffte es noch mit einem blauen Auge und einem 1:1 davon zu kommen. Maßlose Enttäuschung auf beiden Seiten machte sich breit.

Nach dem Spiel folgte eine Blocksperre von ca 10 Minuten. Alles lief friedlich ab, es gab keine Komplikationen. Doch als man aus dem Stadion ging erwartete uns bereits ein USP-Mob desssen Zahl von 30 auf 100 schwankte. Sofort begannen die vermummten USP Affen Steine und Flaschen zu werfen und durch die Polizeikette durchzubrechen. Auch normale Paulianer beteiligten sich mit Provokation und Gewaltanwendung. Die Polizei reagierte in dem sie die HSV Fans die sich zum Teil selbst verteidigten, aber auch zum Teil die Paulianer angriffen, mit Wasserwerfern, Schlagstöcken zuzusetzen. Die USP Menschen wurden größtenteils in Ruhe gelassen und durfte „neben uns her gehen“. Es folgte was passieren musste: Die ganze Strecke lang versuchten die beiden Fangruppen aneinander zu kommen, dies gelang nur mit mäßigen Erfolg. Trotzdem spielten sich Szenen ab, die alles andere als schön waren.  Vor mir wurde ein Mann mit einer Flasche am Kopf getroffen und brach blutend zusammen. Gleich danach erwischte es mich auch, aber noch lange nicht so schlimm, so dass ich weitergehen konnte.

Kurz vor der Reeperbahn wurden die Gästefans aus dem Stadion dann Richtung St. Pauli Landungsbrücken geschickt. Einige versuche doch noch auf den Kiez zu kommen scheiterten.  An der U-Bahn Station löste sich dann der Mob auf und ich konnte unbehelligt zum HBF fahren. Dort musste ich dann noch 1,5 Stunden auf meiner Freunde warten die auf dem Kiez eingekesselt waren. Vom Hbf ging es dann ohne Probleme zurück, so dass man gegen halb 2 das „Provinzdörflein“ im Harz wieder „bestaunen“ konnte.

Weiter  „Vorkommnisse“ die ich selbst nicht miterlebt habe, da ich Stadion war und nicht auf dem Kiez das Spiel verfolgt habe:

  • Schwere Ausschreitungen nach dem Spiel auf dem Kiez mit Wasserwerfereinsatz
  • HSV’ler greifen  das Jolly Roggers an
  • Gerüchte über ein mögliches C-ler treffen




Derbywoche und die Polizei

26 09 2010

Mit großer Wut und Traurigkeit durften wir gestern erfahren, dass ein Fan des HSV bei dem gestrigen Auswärtsspiel fast gestorben ist.

Schuld daran trägt die Polizei und der Veranstalter. An dieser Stelle mein Aufruf an alle HSV Fans die gestern aufgrund von Maßnahmen der Polizei/Ordnungsdienst oder direkt von der Polizei/dem Ordnungsdienst verletzte wurden, oder denen ihre rechte illegaler Weise entzogen wurden: Wehrt euch! Helft mit der Politik, der Presse und der Polizei selbst zu zeigen, dass wir ihr verhalten nicht tolerieren werden und das wir uns unsere Rechte von ihnen nicht nehmen lassen. Klagt gegen die Polizei, beschwert euch bei den Dienststellen, organisiert euch…und so Weiter.  Hoffen wird das wir die Bilder der letzten beiden Auswärtsspiele und der letzten Jahre nicht mehr sehen müssen.

http://www.amnestypolizei.de/

Ausführliche Berichte zu der Auswärtsspielen in Bremen und St. Pauli folgen noch.





Manchmal reicht ein bisschen reden

17 09 2010

Pünktlich zum Derby: ein sehr interessanter Zeitungsbericht von taz.de über das Verhältnis Polizei – Fans

„taz: Mr Stott, wer ist schuld, wenn im Stadion die Fäuste fliegen: die Fans oder die Polizei?

Clifford Stott: Tatsächlich löst meistens das Verhalten der Polizei die Aggressionen aus.

Tritt die Polizei nicht an, die Gewalt im Stadion zu verhindern?

Ja, aber ob es zur Eskalation kommt, das hängt vom Miteinander der beteiligten Gruppen ab. Die dominanteste, mächtigste Gruppe im Stadion ist meistens die Polizei. Und wie die Polizei mit dieser Rolle umgeht, das ist manchmal, wenn auch versehentlich, erst die Grundlage für das Eskalieren einer Situation.

Welche Fehler begeht die Polizei immer wieder?

Sobald sie mit der Kontrolle von Massen beauftragt wird, neigt sie dazu, Tumulte oder Ausschreitungen durch die Androhung von Gewalt im Keim ersticken zu wollen. Wir aber haben bei der Erforschung von Gruppendynamik herausgefunden: Wenn Gewalt unangebracht und undifferenziert angewendet wird, werden erst die psychologischen Voraussetzungen für die Eskalation einer Situation geschaffen. Wir nennen das eine „self-fulfilling prophecy“: Die Polizei denkt, dass Massen grundsätzlich gewalttätig und gefährlich sind und tritt entsprechend auf. Genau diese Sichtweise aber legt ironischerweise erst die Saat für die Gewalt.

Die Fans können nichts dafür?

Natürlich gibt es im Fußballpublikum Menschen, die gewaltbereit sind. Aber ich denke, das Problem ist nicht, wie sich die Fans verhalten, sondern dass Fans und Polizei langfristig gesehen zusammenarbeiten müssen. So simpel es klingt: Der Dialog muss verstärkt werden.

Wie können sich Fans und Polizei besser austauschen?

Es müssen Kommunikationskanäle her – Fan-Projekte sind da sehr sinnvoll. Sie sind eine effektive Art, Brücken zwischen Polizei und Fans zu bauen. Borussia Mönchengladbach zum Beispiel ist vorbildlich bei der Vermittlung zwischen beiden Gruppen. Aber die Kommunikationskanäle können gestört werden durch übermäßige polizeiliche Kontrolle. Wir helfen der Polizei dabei, zusätzlich zum Einsatz von Härte Handlungsalternativen zu entwickeln, die auf Kommunikation beruhen.

Eine Botschaft, die selbstverständlich sein sollte …

… die aber tatsächlich ziemlich schwierig zu vermitteln ist, weil die Polizei ihr Machtmonopol traditionell mit dem Einsatz von Gewalt durchsetzt. Das muss sich ändern. Die Polizei muss Mittel und Wege finden, ohne die Androhung von Gewalt mit Gruppen interagieren zu können. Das ist nicht leicht. In Schweden und in Dänemark gibt es Einheiten, die sich „Dialog-Polizei“ oder „Event-Polizei“ nennen. Deren Hauptaufgabe besteht darin, persönliche Verbindungen zu den Fans aufzubauen. Dazu sind aber große strukturelle, kulturelle und organisatorische Veränderungen innerhalb der Polizei nötig. Wir hoffen, ab Oktober von der Europäischen Kommission gefördert zu werden, um ein internationales Trainings-Programm entwickeln zu können.

Gibt es denn bereits hoffnungsvolle Ansätze für ein friedliches Miteinander beider Gruppen?

Ja, die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Damals wurde mit riskanten Gruppen wie den englischen Fans hervorragend umgegangen. In Frankfurt beispielsweise war ein engagiertes Team von kommunikativ vermittelnden Polizisten im Einsatz. Teilweise waren große Gruppen englischer Fans regelrecht auf der Suche nach deutschen Fans, um sich zu prügeln, aber die Kommunikationsbeauftragten waren in der Lage, diese Situationen zu deeskalieren.

Ein bisschen reden reicht da?

Ja, das reicht manchmal. Ein Beispiel: Deutsche Hooligans hatten englische Fans in einer Bar in Frankfurt angegriffen. Am Tag danach sammelten sich 300 Engländer vor einer Kneipe um die Ecke. Es war klar: Sobald deutsche Fans auftauchen, gibt es eine Schlägerei. Als das Gerücht aufkam, deutsche Hooligans seien im Anmarsch, setzten sich 300 betrunkene englische Fans in Bewegung, um sich mit den Deutschen zu prügeln. In diesem Moment fuhr die Frankfurter Polizei an den Engländern vorbei und machte auf Englisch die Lautsprecherdurchsage: „Geht doch bitte zurück zur Bar, es gibt kein Problem. Das ist nur ein Gerücht.“ Alle englischen Fans sind umgedreht und einfach zurück in die Kneipe gegangen. Anderswo wäre diese Gruppe vielleicht mit bewaffneten Einsatzkräften konfrontiert worden und die Situation wäre eskaliert.

Was halten Sie von Stadionverboten?

Das kommt auf die Art der Stadionverbote an. Sie können funktionieren, wenn sie wohlüberlegt eingesetzt werden. Ich weiß, dass Fans in Deutschland einen ziemlichen Groll hegen gegen Stadionverbote, und ich denke, dass dieser Groll in gewisser Hinsicht gerechtfertigt ist. Denn Stadionverbote greifen in das Grundrecht der Freizügigkeit ein und sollten deshalb von einem ordentlichen Gericht verhängt werden. So wie bei uns in Großbritannien, denn dann gibt es auch ein Berufungsrecht. In Deutschland wird das ganz anders gehandhabt, hier verhängen die Vereine oder der DFB selbst die Verbote, ohne Möglichkeit der Berufung. Es ist aber sehr wichtig, dass solch ein Eingriff in die Grundrechte gerechtfertigt wird und verhältnismäßig eingesetzt wird. Unser Argument ist: Wenn solch drastische Maßnahmen wie Stadionverbote oder Einschränkungen der Grundrechte nötig sind, dann sollte vielleicht die Polizei ihr Verhalten ändern. Polizeieinsätze müssen angemessener ablaufen – das wäre die einfachste Lösung des Problems.

Dr. Clifford Stott ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Liverpool und erforscht die Interaktion von Fußballfans und Ordnungskräften. In Seminaren bildet er Polizisten in alternativen Kommunikationsstrategien aus. Zur heute beginnenden 13. Bundeskonferenz der Fanprojekte in Jena ist Stott als Referent geladen.“

http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/manchmal-reicht-ein-bisschen-reden-1/